Congreso Nacional Indígena (CNI) – Indigener Regierungsrat (CIG): In den Spiegeln des Widerstands

DER SCHLÜSSEL ZUM SPIEGEL

Schwestern, Brüder der Welt

Wir sind die Pueblos, Naciones, Tribus und Barrios originarios (1), die wir mit Organisation den Congreso Nacional Indígena (CNI) – Indigener Regierungsrat (CIG) umsetzen. Wir sprechen mit dem kollektiven Kampf derjenigen, die innerhalb unserer Geographien nicht nachgelassen haben, das zu erträumen, was wir in ausgedehnten Gebieten, in Kollektiven von dutzenden, hunderten, tausenden Familien tun – und was wir Comunidad, Gemeinschaft nennen. Wir sprechen zu uns mit unseren Kämpfen, in denen wir das Leben verteidigen; und in dieser Sprache verstehen wir uns, denn sie ist es, die uns die Tür öffnet, um uns zu erkennen und zu verständigen.

In Mitten des Sturms, der zu einer Pandemie wurde und der kapitalistisch und patriarchal ist, leisten wir Pueblos originarios des CNI – CIG, innerhalb der indigenen Regionen unseres Landes, Widerstand, bauen auf und bilden Netzwerke, wenn wir von einander getrennt sind. Wenn wir uns treffen, bilden wir den Congreso, von dem aus wir den Blick erheben, um am Horizont zu sehen, dass sich der Sturm (2) nicht bald beruhigen sondern an Heftigkeit zunehmen wird.

Wir sind dieses Wort, gemacht aus der Hoffnung und dem Kampf innerhalb der rebellischen Pueblos und Regionen in Chiapas, in Chimalapas und Chinantla in Oaxaca, der Pueblos der Costa–Sierra in Michoacán, der Meseta – Lago y Cañada des Pueblo Purépecha, der Pueblos von Sierra Juárez, Chontal de Oaxaca, Huasteca in San Potosí, Huasteca in Veracruz, von Gran Nayar, des Isthmus von Tehuantepec, der Maya Peninsular, des Gebietes der Yaqui-Mayo, der Region Mazahua-Otomí, der Region Mixe und Montaña und Costa Chica von Guerrero, des Pueblo Otomí von Hidalgo und Querétaro, von Frontera Sur, des Gebiets der Mayo in Sinaloa und Sonora, des Lakandonischen Urwalds, der Sierra Norte von Puebla, der Region Cholulteca, der Sierra Mazateca, der Region von Totonacapan, der Sierra Tarahumara, Region von Los Tuxtlas, des Südens von Veracruz, der Sierra Alcatel, der Halbinsel von Yucatán, der Sierra Negra, von Mexiko-Stadt, der Region im Zentrum des Landes, im Süden von Jalisco und Colima, von Baja California, Laguna von Chapala und Guadalajara-Stadt.

Die Spiegel des Widerstands sprechen im Kollektiv, so wie wir, die Pueblos, es sind. Und darum sagen wir: Wir haben uns als Congreso konstituiert, in dem wir zusammen sind. Von dort aus ist unser Wort ein kollektives Wort, wie auch unsere Delegation der Reise für das Leben kollektiv spricht – die einen Spiegel unserer Hoffnung, die sich an die Welt richtet, mit sich trägt. In ihnen, Frauen und Männern, bilden wir den Congreso, damit auf ihrem Weg neue Spiegel entstehen – worin wir gesehen werden und worin sich diejenigen sehen, die wir eine neue Welt erschaffen werden.

Dies, weil wir wissen: Die althergebrachte Widerspiegelung, der wir folgen, verbleibt nicht unbeweglich wartend, sondern bewegt sich mit der Rebellion der Pueblos der Spiegel, in denen wir uns sehen und kämpfend gefunden haben: die Solidarität derjenigen, die wir Geographie und Land miteinander teilen. Land, welches die Mega-Projekte der schlechten Regierung entschlossen sind, [uns] blutig streitig zu machen; und deshalb erkennen wir uns in den Kämpfen unserer Schwestern und Brüder der Gebiete von Puebla, Morelos und Tlaxcala gegen das Proyecto Intergal Morelos [PIM]*, von Yucatán, Quintana Roo, Campeche und Chiapas, wo die neoliberale schlechte Regierung ihren Tren Maya – Maya-Zug* errichten lassen will. Und wir sehen uns in den Kämpfen in Oaxaca und im Süden von Veracruz – Gebiete, welche dem transnationalen privaten Kapital mittels des Interozeanischen [Industrie-]Korridors* übergeben werden sollen.

Während die Mächtigen denken lassen, wir würden [lediglich] gegen den Bau ihrer Züge, Wärmekraftanlagen und Schnellstraßen opponieren – sehen wir hingegen das Land lebendig von all dem, von dem wir Teil sind. Wir vergessen dabei den Zug, während wir an das Land denken, was sie uns am wegnehmen sind, um es den Herren des Geldes zu übergeben. Wir vergessen den Zug, während wir die Subsistenz der indigenen Pueblos und althergebrachten Kulturen bedroht sehen – und wir leben oder sterben mit dem Wasser, das vergiftet wird oder sich erschöpft. Die Urwälder und Wälder zerstört zu sehen, die wir verteidigt haben und wegen dessen wir durch die kapitalistischen Regierungen verhaftet, verfolgt, verschwunden gemacht oder ermordet werden – dies ist das, was ihre Mega-Projekte für uns repräsentieren. Und wir glauben ihren Lügen, die sie uns erzählen, nicht. Darum bewegen sich die Spiegel, tun sie sich zusammen und werden zu neuen Widerspiegelungen.

Nun, die Spiegel, die wir aus dem Kampf gemacht wurden, haben weder Grenzen noch Begrenzungen; sie bewegen sich auf dem Land, auf dem Meer, in der Luft und im Bewusstsein. Die Mächtigen sehen sie nicht, denn sie öffnen sich nur mit dem Schlüssel, der in allen Sprachen verstanden wird, die weltweit Widerstand und Rebellion ausüben. Für einige bedeutet dieser Schlüssel die Würde, das individuelle und kollektive Überleben, la Madre tierra – die Mutter Erde, die um Hilfe ruft, die Vorfahren, die die Schritte ganzer Pueblos bestimmen.

Derart haben wir unsere Rebellion mit Kämpfen, Schmerzen und Trauer angefüllt, jedoch auch mit der Hoffnung, uns in dem zu erkennen, was sich über die Grenzen und Mauern hinaus befindet.

Darum sind wir, der Congreso Nacional Indígena – Indigener Regierungsrat, weiterhin ein Spiegel, der gegenwärtig sich durch die Welt bewegt, fliegt oder segelt. In seinen Geographien spiegeln sich die Gebiete und Widerstände unserer Pueblos wider: Ihre Rebellion zu Träumen gemacht, die die Grenzen überschreiten. Nun, wir sind entschieden, durch den Kampf eine neue Welt zu tragen, die jeden Tag den Kampf für das Leben erneuert und den Widerschein darstellt, der im Spiegel zu sehen ist. Eine Reflexion, die viele Gesichter besitzt und die kollektiv ist:

Spiegel 1. Von den Opfern des Krieges

Der Kapitalismus, seine ihm innewohnende Korruption und der Krieg, von dem er abhängt, um zu überleben – haben eine Spur der Verwüstung, des Schmerzes, der Verzweiflung und eine Sehnsucht nach Gerechtigkeit hinterlassen. Somit haben sich tausende an würdigen Männern und Frauen zusammen getan – ohne jegliche Hilfe, trotz der Verachtung durch die Regierungen und unter eigener Lebensgefahr, diejenigen zu suchen, die nicht da sind. Sie halten nicht ein, nach Wahrheit und Gerechtigkeit zu rufen. Sie ergeben sich nicht, sie verkaufen sich nicht, sie ermüden nicht. Dies ist der Spiegel der Würde und der Großartigkeit von Mut.

Spiegel 2. Von den Pueblos des Isthmus

In dem Gebiet mit Namen Isthmus von Tehuantepec – seit jeher begehrt von den USA – übergibt die schlechte Regierung, die sich 4T (3) nennen lässt, mit aller Dreistigkeit an inländische und auswärtige Unternehmen das Land des Pueblo Zoque der Chimalapas, des Pueblo Ayuujk der unteren Zone der Sierra Mixe, des Pueblo Binnizá der Küstenebene, des Pueblo Chontal, angrenzend an die Sierra Sur und des Pueblo Ikoots im Küsten-Lagunen-Gebiet, das auf den Pazifischen Ozean blickt.

Mehr als 50.000 Hektar Land sind von mehr als 21.000 Windkraftanlagen innerhalb 29 privater Windkraftparks invadiert worden. Davon gehören 20 spanischen Unternehmen, 3 französischen, einer gehört einem italienischen, einer einem US-amerikanischen und noch einer einem mexikanischen Unternehmen.

Die mexikanische schlechte Regierung – ihren kapitalistischen Herren dienend – möchte die gesamte Isthmus-Region als einen einzigen Handels-, Energie-, Industrie- und Militär-Korridor betrachten, der die Ausbeutung und Verarbeitung von Rohstoffen ermöglichen soll. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es mehr als 70 Bergbau-Genehmigungen, die insgesamt mehr als 135.000 Hektar Land betreffen. Damit verbunden sind 6 Industrieparks, die »Entwicklungspole« genannt werden und Teil des als »Interozeanischen Korridor Salina Cruz – Coatzacoalcos« oder als »Tren Transístmico« bezeichneten Mega-Projekts sind.

Mit Zynismus – angebliche Befragungsprozesse [der Bevölkerung] erfindend – genehmigte die schlechte Staatsregierung, mittels dieser Simulation, vor ein paar Monaten den Bau eines »Entwicklungspols« in dem Ort, der als El Pitayal bekannt ist. Dieser sieht den Raub von Ländereien der gemeinschaftlichen Nutzung vor, um sie dem großen Kapital zur Verfügung zu stellen. Aus diesem Grund führen die Pueblos Binniza, Ikoots, Zoque und Mixe die Kampagne »Der Isthmus ist unser« durch.

Spiegel 3. Von den Pueblos des Vulkans

Von unserem Bruder Samir Flores Soberanes, ermordet am 20. Februar 2019 in Amilcingo, Morelos von der schlechten Regierung und ihren bewaffneten Gruppen.

Die vom Proyecto Integral Morelos (PIM) bedrohten Pueblos – Nahua-Gemeinschaften in Tlaxcala, Puebla und Morelos – stellen den Spiegel dar, in dem sich der Kampf gegen zwei Kombi-Wärmekraftanlagen, eine Gas-Pipeline und ein Aquädukt reflektiert. Das Projekt schließt den Bau einer Gas-Pipeline am Fuße der Vulkane Popocatépetl und Iztaccíhuatl mit ein. Außerdem wird den Gemeindeländereien, den Ejidos des Landkreis Ayala, Morelos das Wasser geraubt, mit dem die Kraftwerkturbinen gekühlt werden sollen. Dort würde auch den Campesinos, den Kleinbauern, das Wasser des Río Cuautla geraubt werden, mit denen sie ihren Anbau bewässern, um Zwiebeln, grüne Bohnen, Portolak, Rettich, Yambohnen, grüne Tomaten, Koriander, Zuckerrohr und Reis zu produzieren.

Das Wärmekraftwerk von Huexca würde die Umwelt mit seinem Lärm von über 110 Dezibel kontaminieren. Die Sekundarschule und ein Kindergarten befinden sich nur 150 Meter davon entfernt. Tatsächlich wurden 2015 die ersten Probeläufe durchgeführt, und im Dezember 2020 begannen sie mit den zweiten. In März 2021 schufen sie [damit] ein Fischsterben in der Papayos-Schlucht.

Dieses Projekt wird geschützt durch Guardia Nacional und mexikanische Armee, die ihre Kaserne innerhalb der Installationen haben. Um ihre Probeläufe zu machen, brauchten sie mehr als 150 Wasserzuleitungen, die von der Almeal genannten Badestelle in Cuautla, Morelos herführten. Dieses Wasser ist Trinkwasser; und es werden dafür nicht Abwässer genutzt werden – wie sie es in der Erklärung zu den Umwelteinwirkungen behaupten.

Spiegel 4. Vom Pueblo Maya Peninsular [der Halbinsel Yucatán]

Der Pueblo Maya in den Bundesstaaten Yucatán, Campeche und Quintano Roo ist mit einem heftigen territorialen Angriff konfrontiert, wie niemals zuvor: der Fragmentierung und Zerstörung von indigenem Kollektiv-Besitz. Dies geschieht, um den schäbigen Interessen Platz zu machen, die die schlechte Regierung der 4T für ihr Mega-Projekt voranzutreibt, das sie Tren Maya – Maya-Zug nennt. Dieses Mega-Projekt strebt an, das Gebiet der mexikanischen Halbinsel in industrielle, urbane und touristische Land-Korridore zu verwandeln – im Dienst des transnationalen Kapitals.

Der Raub von kommunalen Ejido-Ländereien, mittels Spekulation, Privatisierung und Merkantilisierung von Gemeinde-Land hinterlässt tausende von Kleinbauern ohne Agrar-Rechte –während sich der Agrar-[Eigentümer]-Zensus der indigenen Pueblos anfüllt mit auswärtigen Unternehmen. Ohne Skrupel werden Mega-Schweinezucht-Anlagen errichtet, die die ehrwürdigen Cenotes (4) der Pueblos Maya verletzen.

In Campeche werden die fruchtbaren Felder der Region Los Chenes durch den Anbau von genetisch veränderten Pflanzen und durch Chemikalien kontaminiert. Es werden damit tausende an Hektaren Land zerstört. Das verräterische Wort der schlechten Regierung bedeutet nichts weiter als Garantiegaben für die Herren des großen Kapitals.

In Calakmul setzten die schlechten Regierungen ein Biosphären-Reservat durch, um den Gebrauch und Genuss der Naturressourcen durch die Pueblos einzuschränken – erteilten jedoch mit aller Dreistigkeit die Genehmigungen zur Zerstörung des Berges für die Errichtung des Mega-Projektes Tren Maya.

Der Immobilienbetrug in Gebieten mit großer Biodiversität in Quintano Roo ist Teil des Krieges zwischen den Mächtigen, um darüber zu streiten, was uns gehört. Er verwüstet indigene und bäuerliche Ländereien, bedroht die wichtigsten Ökosysteme der Region und raubt das kommunale Land auf der gesamten Halbinsel.

Die Gewalt des organisierten Verbrechens, um die von der schlechten Regierung versprochene Ware zu kontrollieren – das heißt: die so genannten »Entwicklungspole« – dringen in die Selva, den Urwald ein und bedrohen die kommunitäre Organisierung als Pueblo Maya.

Spiegel 5. Von Palenque, Chiapas.

Innerhalb der Zone von Palenque, Chiapas erleben die Comunidades, die Gemeinden Puyipa, Arimatea, Santa Cruz, Naranjo, León Brindis, San José Babilonia, Nuevo Tumbalá und El Retiro die permanente Verfolgung und Provokation durch paramilitärische Gruppen. Diese haben die Compañeros des Kollektivs Nuevo Camino [Neuer Weg], welches dem CNI angehört, eingekreist und breiten die Angst aus, die Gemeinden [überhaupt] zu verlassen. Das geschieht zur gleichen Zeit, während die schlechte Regierung die Arbeiten für ihr Mega-Projekt des Todes, genannt Tren Maya, nicht stoppt. Der Kampf der Pueblos, um ihr Land zu vereidigen, wird jedoch auch nicht innehalten.

Das agro-industrielle Anpflanzen der Palma [Africana] erzeugt Wassermangel in Gemeinden nahe Palenque. Die Mega-Projekte der Regierung begleiten Krankheiten und Drogen-Abhängigkeiten, die geschaffen werden – sowie urbane, industrielle Zweckbestimmungen, die nun eine Bedeutung erlangen sollen.

Spiegel 6. Von der Nahua-Küste in Michoacán.

Die Comunidad Santa María Ostula – Jahrzehnte lang kämpfend, um den Landraub an der Küste von Michoacán durch angeblich kleinen Landbesitz zu stoppen – Landbesitz, der von mächtigen Kaziken (5), die mit dem organisierten Verbrechen verbunden sind, mittels Gewalt geschaffen wurde – erlitt 35 Morde an Gemeinschaftsgliedern und 6 Verschwunden gemachte. Unter ihnen befindet sich der Verantwortliche für Gemeinschaftsgüter Francisco de Asís Manuel. Ostula ist organisiert und schützt seinen Frieden gegenüber kriminellen, unternehmerischen und staatlichen Gruppierungen, die mit Unterstützung der schlechten Regierungen einzudringen versuchen, um erneut Gewalt und Krieg in dieses würdige Gebiet zu bringen. Sie wollen es zerstört, verwüstet und privatisiert sehen.

Nach der Missachtung durch die Agrar-Gerichte, die trotz der erwiesenen vermessungstechnischen Willkür den Landkonflikt nicht beigelegt haben, fordert der Nahua-Pueblo von Ostula den Nationalen Obersten Gerichtshof auf, den Fall vor Gericht zu bringen, damit er dort von der letzten juristischen Instanz Mexikos beurteilt wird. Damit Recht gesprochen wird und garantiert wird, dass ein indigener Pueblo nicht beraubt werden kann – wegen festgestellter technischer Fehler während der Vermessungsarbeiten. Denn diese hatten zu der Präsidenten-Resolution geführt, die die kommunalen Güter von Ostula festsetzte und zum irreführenden endgültigen Plan, mit dem angeblich das kommunale Land übergeben wurde. Nichtsdestotrotz entschied auch der Oberste Gerichtshof Ostula den Rücken zuzukehren.

Spiegel 7. Vom autonomen Gebiet Azqueltán.

Tief in der Schlucht des Cañón de Bolaños – Gerechtigkeit fordernd, damit der Kazike Fabio Flores Sánchez, alias La Polla, bestraft wird – und konfrontiert mit den wiederholten Angriffen auf Gemeinschaftsmitglieder und dem Landraub in Azqueltán, der nicht aufhört, während die Bundesstaatenregierung von Jalisco vermeintliche und irreführende Eigentumstitel versendet – verstärkt die Landkreis-Regierung die Gewalt der Reichen gegenüber der Comunidad, versucht zu spalten und Zwietracht zu säen.

Währenddessen verteidigt die Tepehuana- und Wixárika-Gemeinde San Lorenzo de Azqueltán, im Landkreis Villa Guerrero, in Jalisco mit Würde – ohne in der Verteidigung ihres Lands zurückzuweichen, ihre Autonomie als einzigen Weg wachsen lassend – ihr althergebrachtes Gebiet und lässt den Traum von einer autonomen Klinik entstehen. Sie ruft die Compas mit Bewusstsein und überall auf der Welt dazu auf, dass wir lernen: Eine andere Welt – in der wir leben, entscheiden und weiter träumen können – ist dringlich.

Spiegel 8. Vom Wixárika-Gebiet.

Im Westen Mexikos fährt der Pueblo Wixárika weiterhin fort, uns zu lehren, unsere Madre tierra zu bewahren und zu verteidigen, mit den Vorfahren zu gehen – indem in seinem weitläufigen Gebiet eine Welt der Hoffnungen, des organisierten Widerstand und der Rebellion ausgesät wird. In diesem fahren sie fort, für die Wiedergewinnung ihres althergebrachten Lands zu kämpfen – darauf hoffend, die Ländereien in der autonomen Gemeinde Bancos de San Hipólito, in Durango wieder zu erlangen, sowie das invadierte Gebiet in Huajimic, im [Bundesstaat] Nayarit. Dieses besteht aus mehr als 10.000 Hektar Land, das zurückgegeben werden muss, wie auch seine legitimen Eigentümer anerkannt werden müssen. Das heißt: der Pueblo Wixárika.

Spiegel 9. Von Totonacapan.

Im Norden von Veracruz, in der Region Totonacapan durchzieht die Ausbeutung von fossilen Brennstoffen mittels Hydraulic Fracking alles. Es werden Bohrlöcher gemacht, durch die Boden und Wasser verseucht werden. Das kollektive Land der Ejidos und Comunidades wird einem wachsenden Druck unterworfen, damit ihre Landrechte individuell aufgeteilt werden und sie das Land verkaufen. Die Armut wird eingesetzt als Waffe gegen die kleinbäuerlichen und indigenen Pueblos, während gleichzeitig die Gewalt gegen die Pueblos, das Verschwunden machen und die Morde an Männern, Frauen und Kindern nicht aufhören.

Mehr als 1300 Bohrlöcher hat die verlogene Regierung, die 4T genannt wird, in Paleocanal de Chicontepec genehmigt – entgegen ihrem eigenen verräterischen Wort und dabei bis zur Ermüdung wiederholend, dies nicht zu tun.

Spiegel 10. Von der Montaña und der Costa Chica in Guerrero.

In der Region Costa Montaña, Costa Chica, Montaña Alta und Montaña Baja organisieren sich die Pueblos Na Savi, Mepháá, Nahua, Nan Cue Ñomndaa und Afromexicanos des Bundesstaates Guerrero seit 2008 im Consejo Indígena y Popular de Guerrero – Emiliano Zapata. Nun, die Pueblos antworten mit Organisierung auf die Besetzung von mehr als 200.000 Hektar Land in der Region Montaña Alta – durch Bergbau-Unternehmen wie Diana, CAMSIM, HOCHSCHILD. Diese lassen mit Hilfe von bewaffneten Gruppen der Regierung – seien es Militärs, Polizisten oder Narco-Paramiltärs (6) – gegenüber den Comunidades Haftbefehle erstellen, lassen verhaften, töten, foltern verschwunden machen, lassen die Comunidades umzingeln, belagern – unterstützt von kriminellen Gruppierungen wie Los Rojos oder Los Armadillos. Mit der Einkreisung durch Gewalt verschärfen sich die Armutsbedingungen und die Verletzungen der Menschenrechte von tausenden Compañeros und Compañeras der Gemeinden.

Spiegel 11. Vom Otomí-Ñhathó-Gebiet.

In dem Gebiet Otomí Ñhathó – in Verteidigung des Bosque de Agua (7), eines der wichtigsten Ökosysteme der Region – fahren die Comunidades fort, ihre eigenen Institutionen zu stärken. Dies wird konfrontiert mit den harten Schlägen durch die Regierung des Bundesstaates México und der Landesregierung, die mittels unverhältnismäßiger Polizei-Gewalt, Kooptierung und Spaltung weiterhin ihr Ziel der Privatisierung verfolgen – zu Gunsten der privaten Unternehmen, die die Autobahn Toluca – Naucalpan bauen. Die Autobahn wurde eingeweiht, ohne fertig gestellt zu sein und in Mitten der Pandemie von COVID19. Das hat die Pueblos, die die Landeigner sind, dazu gebracht, den Obersten Nationalen Gerichtshof zu ersuchen, das indigene Gebiet der Gemeinden San Lorenzo Huitzizilapan und Santa Cruz Ayotuxco zu respektieren.

Spiegel 12. Vom Pueblo Nahua in Tuxpan, Jalisco.

Im Süden von Jalisco, in der Nahua-Gemeinde von Tuxpan eignen sich die agro-industriellen Unternehmen des internationalen Marktes – mit der Avocado- oder Beeren-Produktion – tausende von Hektaren indigenen, kleinbäuerlichen Lands an und zerstören es. Sie beuten die Grundwasservorkommen aus und durch den Gebrauch von Hagelkanonen wird Regen verhindert. Damit schädigen sie die bäuerliche Kultivierung von Mais, Bohnen, Kürbissen, Erdnüssen, Süßkartoffeln und Hibiskus, innerhalb eines weiten Gebiets im Süden von Jalisco.

Unterdessen erneuert die indigene Gemeinschaft in allen Straßen und während des gesamten Jahres ihre traditionelle Organisierung und Identität mittels der Feste.

Spiegel 13. Vom Pueblo Coca in Mezcala.

Die schlechte mexikanische Regierung setzt weiterhin fort, dem Gebiet der indigenen Comunidad in Mezcala einen Teil des Chapala-Sees und seiner Insel zu rauben und zu privatisieren – ein Gebiet, was der Gemeinschaft durch eine Entschließung des Präsidenten anerkannt wurde und welches sie seit ewigen Zeiten verteidigt. Gegenwärtig ruft diese Gemeinde die anderen Comunidades des Pueblo Coca dazu auf, ihre Identität und organisatorische Tradition zu rekonstituieren – ohne den Kampf für das gesamte Gebiet aufzugeben und auch für die Rückgabe des 12 Hektar-Grundstücks, bekannt unter dem Namen El Pandillo, welches durch den Unternehmer Guillermo Moreno Ibarra besetzt wurde.

Spiegel 14. Von der Chinantla.

Um die Mega-Projeke in der Chinanteca-Region im Bundesstaat Oaxaca durchzusetzen, zwingen sie die Pueblos originarios Naturschutzgebiete zu akzeptieren, die ihnen die territoriale Kontrolle über Straßen-, Bergbau-, Tourismus- und Gas-/Erdöl-Projekte entreißen. Zur gleichen Zeit wird die Spaltung der Pueblos durch nicht existente oder von den schlechten Regierungen selbst fabrizierte Landkonflikte befeuert – es sind dieselben, die auf die Merkantilisierung von Agrarland mittels der Regierungsprogramme PROCEDE oder FANAR drängen.

Das betrifft den Staudamm der Flüsse Cajonos, San Juan Lalana und Ayotzintepec; die Bergbau-Projekte in San Vicente und Arroyo Jabalí und die Erdölvorkommen in San Juan Martínez, Ayotzintepec und Monte Negro Jocotepec, sowie die Nutzung des Wassers des Río Papaloapan für den Bergbau und die Erfrischungsgetränke-Industrie.

Spiegel 15. Vom Raub in Puebla.

Die Verteidigung des Wassers in der Cholulteca-Region – am Fuße der Vulkane Popocatépetl und Iztaccíhuatl, im Bundesstaat Puebla – in den Comunidades Ometoxtla, Nextetelco, Almoloya, Cuanalá, Zacatepec, Tlautla, Coronango, Cuautlancingo, Xoxtla, Tepalcatepec, Cuachayotla und Atzala Cuapan ist für das Leben und gegen den Kapitalismus.

In diesem zapatistischen Gebiet hat die schlechte Regierung mit ihren drei Ebenen, gemeinsam mit den Herren des Geldes, versucht das Nahua-Land zu plündern – mit Projekten des Todes, wie sie das Proyecto Integral Morelos, der Wasserraub durch das Unternehmen Bonafont oder die Kontaminierung des Río Metlapanapa darstellen. Das zuletzt Genannte suchen die schlechten Regierungen mittels des Industrie-Korridors Textil-Stadt Huejotzingo zu realisieren, wobei durch Raub und Korruption auch Hochspannungsmasten installiert wurden. In 2019 wurde versucht die industriellen Abwässer in den Río Metlapanapa zu leiten.

In der Sierra Negra errichtet das Bergbau-Unternehmen Autlán, durch Repression und in Allianz mit kriminellen Gruppen und Regierungsgruppierungen, das Wasserkraftwerk Coyolapa – Atzala.

Spiegel 16. Vom Pueblo Nahua in Tepoztlán, Morelos.

Der Pueblo Nahua in Tepoztlán, im Bundesstaat Morelos wird raffgierigen Privatisierungsprozessen der Gemeinde- und Gemeinschaftsländereien unterworfen. Dabei versuchen Unternehmen, sich das Land von Tepoztlán anzueignen, um es einer Immobilienspekulation, dem Tourismus und dem Bau der Autobahn La Pera – Cuautla auszusetzen. Hinzu kommt, dass das Terrain unrechtmäßig und schädigend besetzt wurde und dabei wichtige Waldzonen zerstört wurden.

Spiegel 17. Vom Pueblo Nahua in Ayotitlán, Jalisco.

Im Pueblo Nahua von Ayotitlán, in der Sierra Manantlán, im Bundessaat Jalisco war die Plünderung

von Millionen Tonnen an Mineralien und Edelhölzern der Antrieb für die Gewalt gegen kommunitäre Verantwortliche. Dies hat jedoch die Organisierung der Landverteidigung durch den Ältestenrat und den Rat des Ejido nicht gestoppt. Diese fordern weiterhin, jetzt vor der Interamerikanischen Menschenrechtskommission, dass die Ländereien, die juristisch anerkannt sind, ihnen wieder übergeben werden.

So wie in anderen Teilen Mexikos werden die Ausbeutung der Naturressourcen, wie auch die Repression gegen jegliche Organisierung, aufs heftigste durch Gruppen der organisierten Kriminalität kontrolliert.

Spiegel 18. Vom Pueblo Nahua in Zacualpan, Colima.

Im Nahua-Gebiet im Bundesstaat Colima, in der Gemeinde Zacualpan haben die Invasion durch Bergbau-Konzessionen, die Ersetzung von Autoritäten mit Hilfe des Nationalen Landwirtschafts-registers, der Wasserraub der Quelle, die Colima-Stadt und Villa de Álvarez versorgt, zu einer Organisierung von unten geführt und zur Anerkennung der Beschlüsse der Gemeinde-Vollversammlung, die die Comunidad als Bergbau-frei erklärt hat.

Spiegel 19. Vom Purépecha-Gebiet.

Der Pueblo P’urhépecha, der in der Region der Meseta, des Lago, der Cañada [Hochebene, See, Schlucht] lebt, sieht sein Gebiet von transnationalen Unternehmen der Agro-Industrie durchdrungen – die die Wälder zerstören, um Avocado-Pflanzungen anzulegen, die die Grundwasservorkommen ausbeuten. Diese genießen die Unterstützung der kriminellen Gruppierungen, egal welches Drogenkartell gerade am Ruder ist – und [immer] gemäß der schlechten Regierung, die gerade an der Macht ist.

Die schlechte Regierung erkennt die Autonomie der Comunidades nicht an; sie attackiert sie unter Gebrauch der öffentlichen Gewalt, um ihre Parteien-Wahlen aufzuzwingen.

In Zirahuén verfolgt die Staatsanwaltschaft des Bundesstaates die indigene Gemeinde, um Tourismus-Projekte durchzusetzen. In Comuachén gingen 30% des Lands durch das Eindringen des Narco-Avocado-Anbaus [in Verbindung zum organisierten Drogenhandel] verloren. Es gibt Haftbefehle gegen Compañeros, die ihr Land verteidigen. In Santa Fé de la Laguna betrifft es das Gemeinschaftsmitglied Jorge Ceja Ramos. Es gibt Morde, wie am Compañero Jesús Miguel Jerónimo, der als Vorsteher der Gemeinde Ocumicho – zusammen mit seinem Sohn – im Jahr 2020 umgebracht wurde.

Spiegel 20. Vom Pueblo Nahua in San Pedro Tlanixco, Bundesstaat México.

Seit 1989 wird auf dreiste Weise das Quell-Wasser der Nahua-Comunidad San Pedro Tlanixco, Landkreis Tenango del Valle, im Bundesstaat México geraubt. Das geschieht mittels Konzessionen, die die schlechte Regierung an die agro-industriellen Unternehmen der Blumenzüchter im Landkreis Villa Guerrero vergab. Dies führte zu einer Repression des Terrors durch Gruppen der Polizei gegen den gesamten Pueblo. Es wurde in Häuser eingedrungen und Unschuldige verhaftet.

Diese Repression brachte Dominga González Martínez, Rómulo Arias Mireles, Pedro Sánchez Berriozábal, Teófilo Pérez González, Marco Antonio Pérez González und Lorenzo Sánchez Berriozábal als Verantwortliche der Comunidad für mehr als 15 Jahre ins Gefängnis (8). Nach einem unermüdlichen Kampf befinden sie sich wieder in Freiheit. Jedoch nicht dank der schlechten Regierung, sondern dank dem mexikoweiten und internationalen Druck, den wir von unten, mit vielen anderen Frauen und Männern in Angriff nahmen. Um Gerechtigkeit mit Würde und Organisation aufzubauen, mit einem kommunitären Radio – und ohne es sein zu lassen, das Wasser zu verteidigen – welches dem indigenen Pueblo verweigert wird, um es auf betrügerische Weise inländischen oder auswärtigen Unternehmen zu übergeben.

Spiegel 21. Vom Yaqui-Gebiet.

Der Tribu Yaqui – mit seinem langen Widerstand und seiner althergebrachter Rebellion – hat sich lange dem Raub des Wassers vom Río Yaqui widersetzt, welches die Lebensgrundlage des Tribu und der landwirtschaftlichen Produktion der Region darstellt. Wasser, das den urban-industriellen Korridoren in Hermosillo, im Bundesstaat Sonora übergeben werden soll. Nun erlebt er eine Invasion durch die Gaspipeline des Unternehmens Sempra Energy Lenova, welches seinen Nutzen von der Spaltung und der Repression hat, die unseren Compañero Fidencio Aldama Pérez gefangen nahm, der Teil der Guardia Tradicional [der Selbstverteidigungsstruktur] der Yaqui ist. Er wurde eingesperrt, weil er sein Pueblo verteidigte.

Spiegel 22. Vom Náyeri-Gebiet.

Im Náyeri-Gebiet sucht die Comisión Federal de Electricidad [Bundes-Elektrizitätskommission] den Staudamm »Las Cruces« zu bauen. Dies wurde 2014 von der Regierung angekündigt und auf organisierte Weise von den Pueblos Náayeris, O ́dam und Mexicanero zurückgewiesen – die in der Flussebene des Río San Pedro Mezquital, in der Gemeinde Presidio de los Reyes, im Landkreis Ruiz, Bundesstaat Nayarit leben. Sie haben den Náayeri-Rat gebildet, um die Zerstörung von 15 heiligen Orten zu verhindern, und um die Zerstörung, die die Bergbau-Konzessionen und der Übertagebau in der Gemeinde Jazmín de Coquito bedeuten, nicht zuzulassen. Dagegen legten sie Rechtsmittel ein, die gerichtliche Aussetzungen zur Folge hatten.

Spiegel 23. Von der Comunidad Otomí, wohnhaft in Mexiko-Stadt.

Indem Solidarität mit Bewusstsein und Autonomie aufgebaut wird, hat der Pueblo Otomí in Mexiko-Stadt einen Kampf geführt gegen Exklusion und Rassismus, die die Regierungen ausüben und vorantreiben – angesichts von Forderungen nach besseren Lebens- und Arbeitsbedingungen seit mehr als 25 Jahren. Weil die Comunidad Otomí Gerechtigkeit für die zapatistischen indigenen Pueblos fordert, hat sie auf unbestimmte Zeit die Büros des Nationalen Instituts der Indigenen Pueblos (INPI) (9) besetzt. Sie hat dort einen wirklichen Ort des Zusammentreffens der Pueblos geschaffen, einen Raum der organisierten Würde, wo kollektive Arbeiten umgesetzt werden und die beispielhafte Organisierung unserer Compañeras und Compañeros des Pueblo Otomí funkelnd aufscheint.

Spiegel 24. Vom verstreuten Gebiet des Pueblo Zoque.

Nach dem Ausbruch des Vulkans Chichón sah sich der Pueblo Zoque nach den verschiedensten Geographien Mexikos und der USA vertrieben. Der Vulkanausbruch kostete nicht nur Tausenden das Leben, sondern wurde auch zu einer Vorlage für die Reorganisierung von Agrarland durch eine neoliberale Privatisierung des Landgebietes. Die schlechten Regierungen haben im Norden von Chiapas – ohne die Pueblos jemals zu fragen – aggressive Bergbau-Projekte durchgesetzt und beabsichtigten beträchtliche Flächen an verschiedene Unternehmen zur fossilen Brennstoff-Ausbeutung zu übertragen.

Die Dringlichkeit angesichts der realen Bedrohung, dass Land und kommunitäre Strukturen zerstört werden, ruft den Pueblo Zoque dazu auf, sich mit seinen in verschiedenen Regionen verstreuten Wurzeln neu zu organisieren. Dies, um wieder die eigene Organisierung zu sehen, die organisierende und bewusst machende Räume schafft – so wie es der Semillero [Saatfeld] Zoque in Guadalajara-Stadt darstellt, der 54 Familien zusammenruft, um Organisierung aufzubauen.

Spiegel 25. Vom Pueblo Otomí in Santiago Mexquititlán.

Der Pueblo Otomí in der Gemeinde Santiago Mexquititlán, im Bundesstaat Querétaro, entschied – angesichts des Wasserraubs durch die schlechte Regierung – den Wasserbrunnen im Ortsteil 4 zu übernehmen. Damit haben sie ihre Autonomie und ihre kommunitäre Lebensweisen verteidigt, die sich – angesichts der Gentrifizierung und Merkantilisierung des Gebietes für den Bau von Touristikzentren – Diffamierungen, Todesdrohungen, willkürlichen Verhaftungen und Aktionen gewalttätiger Gruppen im Dienste der Regierungen entgegenstellen mussten.

Spiegel 26. Vom Süden in Veracruz.

Nördlich des Isthmus von Tehuantepec, im Süden von Veracruz, sehen die Pueblos Nahua und Nuntaj+uy o Popoluca, ihr Land in der Sierra Santa Martha durch Projekte des Todes zerstückelt: die Bergbau-Konzessionen im Herzen der Sierra, das Fracking in den Ebenen und benachbarten Erdöl-Städten, die Windkraftparks im Dienste des urbanen, industriellen Kapitals. Es sind dieselben, die versuchen das Gebiet zu zerstören, indem sie [das Wasser] der Flüsse und Quellen rauben und kontaminieren, insbesondere den Río Huazuntlán. Als Antwort darauf erhalten sie organisierten Widerstand.

Trotz des Drucks, den die schlechten Regierungen ausüben – damit die Comunidades ihre kollektiven Beschlüsse und Übereinkünfte der Vollversammlungen nicht umsetzen können – treibt der Organisierungsprozess in der Sierra Santa Martha die Autonomie voran: innerhalb des Gesundheitsbereichs, der kommunitären Kommunikationsmedien, der Selbsterzeugung von Strom, der Sicherheit und solidarischen Ökonomie.

Spiegel 27. Vom Pueblo Nahua in Xochimilco und Milpa Alta.

In Mexiko-Stadt stellen sich die Pueblos originarios von Xochimilco und Milpa Alta – die ihre Identität, Kultur und Organisierung bewahren – den von den Regierungen geförderten Immobilieninteressen entgegen. Die Regierungen setzen auf das exzessive urbane und industrielle Wachstum, was die Waldgebiete, das Ökosystem der Feuchtgebiete sowie das Land, das dem Anbau von Mais, Bohnen und Nopal-Kaktus-Gemüse dient, bedroht. Diese Felder sind die hauptsächlichen Subsistenzmittel tausender Familien; sie ermöglichen [überhaupt] das Leben in Mexiko-Stadt und geben den Pueblos Bedeutung und Identität.

Die Spiegel der Welt.

In allen Spiegeln, in jedem einzelnen der Spiegel sehen wir uns als Kollektiv der Kollektive, die wir den Congreso Nacional Indígena und Indigener Regierungsrat bilden. In ihnen funkelt ein Schimmer des Widerstands der ganzen Welt auf. Die Spiegel öffnen sich, damit die Pueblos und die Einzelnen sie sehen.

Somit suchen wir – mittels der CNI-CIG-Delegation der Reise für das Leben – die Sprache, die wir weltweit verstehen. Es ist die Sprache des Kampfes für das Leben. Wir sehen das Schimmern der Pueblos der Stadt und vom Land, der Naciones und Tribus (1) der Welt, die wir persönlich kennengelernt haben. Wir haben uns in verschiedenen Geographien getroffen, und wir haben uns Solidarität, Respektierung und Verständigung manifestiert – persönlich direkt oder aus der Entfernung.

Wir ehren und grüßen die Widerspiegelung im Spiegel der Pueblos, die für das Leben kämpfen. Wir ehren diese Sprache des Universums und der Madre tierra, der Mutter Erde – die Sprache, die im Kampf, der nicht aufgibt und im Bewusstsein, das wächst – die Schlüssel des Spiegels beinhaltet, die wir sind.

PS. Die Regierenden im Dienste der Macht und die Interessen, die sie verfolgen, die korrupten Politiker, die ihnen dienen, die Kaziken und Unternehmen, die Teil des Krieges sind, der sich in allen Geographien Mexikos ausbreitet, haben Gesicht, Vor- und Zunamen, die sich ebenfalls im Spiegel reflektieren.

HOCHACHTUNGSVOLL

OKTOBER 2021

FÜR DIE VOLLSTÄNDIGE REKONSTITUIERUNG UNSERER PUEBLOS

NIEMALS MEHR EIN MEXIKO OHNE UNS

CONGRESO NACIONAL INDÍGENA (CNI) CONCEJO INDÍGENA DE GOBIERNO (CIG)

Landkarte der Spiegel, Link zum Herunterladen: https://cutt.ly/EE6Cq1u

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Anmerkungen der_die Übersetzerin_in:

* Diese drei Mega-Projekte und ihre Folgen werden in den Spiegeln 2, 3, 4, 5 und 15 genauer ausgeführt.

(1) Verbleibt im Original, da es Selbstbezeichnungen sind; wörtlich übersetzt: »originäre/ ursprüngliche Gemeinschaften/ Völker/ Gemeinden, Nationen, Stämme, Siedlungen/ Stadtteile«

(2) tormenta: »Sturm« bezieht sich auf einen Begriff, den die EZLN zum ersten mal im Mai 2015 verwendet hat, um die katastrophische Entwicklung des patriarchalen Kapitalismus zu bezeichnen. S. EZLN: Das kritische Denken angesichts der kapitalistischen Hydra. Unrast-Verlag 2016.

(3) 4T: Abkürzung für »4. Transformation«; so bezeichnet sich die jetzige neoliberale Politik der mexikanischen Regierung unter Andrés Manuel López Obrador selbst.

(4) Cenotes: unterirdische Wasserreservoire in Karsthöhlen; sakrale Orte der Pueblos Maya

(5) Kazike: lokale politische Führungsfigur, immer mit der offiziellen und/oder inoffiziellen Macht verbandelt

(6) Narco-Paramilitärs: nicht mehr zu trennende Struktur aus organisiertem Verbrechen und politisch-ökonomischer Lokal-Struktur; übernehmen die Funktion der Aufstandsbekämpfung im Sinne von legalem und/oder illegalem Kapital.

(7) bosque de agua: Wälder, die das Grundwasser bewahren, speichern

(8) Gemeint ist wohl der Angriff auf Atenco während der Anderen Kampagne der EZLN in 2006.

(9) eine offizielle Regierungsinstitution

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