Soll Gesundheit eine Ware bleiben?

Austausch über andere Formen der Gesundheitsversorgung im Rahmen der “Reise für das Leben” der Zapatistas.

Als die Zapatistas 1994 in Südmexiko den Aufstand wagten, war eine ihrer Kernforderungen das Recht auf Gesundheit. Als Indigene – marginalisiert und rassistisch diskriminiert – bekamen sie sehr früh zu spüren, dass der Kapitalismus sein Versprechen in Bezug auf das physische und psychische Wohlergehen der Menschen nicht einhalten kann. In vielen Lebensbereichen begannen sie daher den Aufbau selbstverwalteter Strukturen: Bildung, Ernährung, Gesetzgebung, Rechtssprechung – und natürlich auch Gesundheit. Während also in den folgenden Jahrzehnten weltweit der Gesundheitssektor zunehmend privatisiert und auf Profit ausgerichtet wurde, bauten die Zapatistas eine autonome Gesundheitsversorgung auf, die nicht dem Gewinn, sondern den Bedürfnissen der Menschen verpflichtet ist und dabei moderne Heilmethoden mit traditionellem indigenem Wissen verknüpft.

Dieses Jahr bereisen die Zapatistas Europa, um sich mit all jenen Menschen zu treffen, zu vernetzen und auszutauschen, die sich organisieren und der Zerstörung und Entwürdigung durch den Kapitalismus den Aufbau realer Alternativen entgegensetzen. Wir wollen das als Anlass nehmen, um uns mit ihnen über den Aufbau eines autonomen Gesundheitssystems auszutauschen, das auf Solidarität und Wertschätzung beruht. Außerdem sind wir als Gesundheits-AG mit ihrer medizinischen Betreuung während der Reise betraut. 

Wir laden daher für den 21.8. um 17 Uhr zu einer Online-Infoveranstaltung ein. Hier werden wir zunächst die Zapatistas und besonders ihr Gesundheitssystem vorstellen, um dann einen Blick auf zwei weitere Beispiele zu werfen, die zeigen, dass eine andere, menschengerechte Gesundheitsversorgung möglich ist: Autonome Krankenhäuser in Rojava (syrisches Kurdistan) und das Poliklinik-Syndikat in Deutschland, das bereits in mehreren Städten selbstverwaltete Gesundheitszentren aufgebaut hat. Anschließend diskutieren wir mit den Referent*innen die Frage, welches Potenzial wir im Austausch mit den Zapatistas sehen, um unsere eigene Organisierung im Gesundheitssektor voranzubringen.

Die Aufzeichnung der Veranstaltung wird in Kürze hier veröffentlicht werden.

Die Präsentation des Vortrags zum zapatistischen Gesundheitssystem kann hier heruntergeladen werden.

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