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FÜR DAS LEBEN UND DIE WÜRDE DES IRANISCHEN VOLKES

 erleben einen Sturm. Er ist weder neu noch vorübergehend. Es ist der Sturm des Kapitalismus, des Imperialismus, des Patriarchats und der Staaten, die den Tod verwalten, während sie von Ordnung, Stabilität oder Sicherheit sprechen. In diesem Sturm streiten sich die da oben um Territorien, Ressourcen und Macht; die da unten setzen ihre Körper, ihr Leben, ihre Angst und ihre Hoffnung ein.

Im Iran schlägt dieser Sturm heute besonders hart zu. Das iranische Volk hat sich erneut gegen das Regime der Islamischen Republik mobilisiert, welches nicht gezögert hat, gewaltsam gegen diejenigen vorzugehen, die auf die Straße gehen. Diese Mobilisierungen sind weder ein Einzelfall noch eine momentane Reaktion: Sie sind das Ergebnis jahrzehntelanger politischer Unterdrückung, wirtschaftlicher Ausbeutung, patriarchaler Gewalt, systematischer Repression und Verweigerung von Rechten. Es sind Kämpfe, die von unten kommen, aus dem erstickenden Alltag, von denen, die nicht mehr schweigend überleben können und wollen.

Oben bewerten Regierungen und Großmächte die Lage unter geopolitischen Gesichtspunkten. Sie kalkulieren Vorteile, regionale Gleichgewichte, Energiewege und vorteilhafte Allianzen. Oben wird das Verbrechen normalisiert, gerechtfertigt oder mit Diskursen über „Stabilität“, „Sicherheit“ oder „politischen Realismus“ verschleiert. Oben zögern selbst diejenigen, die sich als Feinde des iranischen Regimes präsentieren, nicht, das Massaker zu legitimieren, wenn es ihren Interessen dient.

Unten hingegen kämpft das iranische Volk für das Leben:

Unten sind die Frauen, die täglich der patriarchalischen Kontrolle trotzen.

Unten sind die Arbeiterinnen und Arbeiter, die durch neoliberale Politik verarmt sind.

Unten sind die sexuellen Dissident*innen, die religiösen Minderheiten, die unterdrückten Völker, die in den von der Wasser-, Wohnungs- und Beschäftigungskrise betroffenen Randgebieten leben.

Unten sind diejenigen, die immer wieder auf die Straße gegangen sind, oft mit leeren Händen, ohne breite Organisationen – die durch die Repression zerstört wurden – und dennoch weiter gekommen sind als jede institutionelle Opposition.

Wir verurteilen entschieden die Manipulation dieser Proteste durch ausländische Kräfte. Keine ausländische Macht, keine Regierung des globalen Nordens, kein imperialistisches Projekt hat das Recht, das Leiden des iranischen Volkes als Spielball zu benutzen. Eine solche Instrumentalisierung verzerrt nicht nur die tatsächlichen Kämpfe, sondern bringt auch diejenigen, die Widerstand leisten, in noch größere Gefahr, indem sie zu einem Vorwand für noch brutalere Repressionen gemacht werden.

Wir bekräftigen das unveräußerliche Recht der Völker auf Selbstbestimmung. Freiheit lässt sich weder exportieren noch zwischen Staaten verhandeln. Keine imperiale Intervention hat jemals den Völkern, die sie zu „befreien” vorgibt, Gerechtigkeit und Würde gebracht. Das wissen wir aus der Geschichte, und das bestätigen immer wieder die Trümmer, die sie hinterlässt.

Es gibt diejenigen, die von außen nach oben und nicht nach unten schauen: diejenigen, die das iranische Regime im Namen eines angeblichen Antiimperialismus rechtfertigen und dabei ignorieren, dass dieses Regime gegen sein eigenes Volk die Logik der Besatzung, der Apartheid, der Plünderung und des Neoliberalismus anwendet; und diejenigen, die reaktionäre, autoritäre und abhängige Alternativen fördern, die Erlösung versprechen, während sie die Herrschaft reproduzieren.

Das sind falsche Gegensätze. Oben gegen oben. Macht gegen Macht. Unten bleibt das Volk, gefangen zwischen zwei Kräften, die sich als Gegenspieler bezeichnen, aber im Gleichklang handeln.

Unsere Position ist klar: Wir stehen nicht auf der Seite der Regierungen, wir stehen auf der Seite der Völker. Nicht auf der Seite der Staaten, sondern auf der Seite derer, die Widerstand leisten. Nicht auf der Seite der Eliten, sondern auf der Seite derer, die um ihr Leben kämpfen.

Heute, da das iranische Volk mit Kommunikationsunterbrechungen, Ausgangssperren und der Militarisierung des Alltags konfrontiert ist, rufen wir dazu auf, den Warnungen unserer zapatistischen Genoss*innen Gehör zu schenken: Der Sturm ist global; wer glaubt, dass er sie/ihn nicht betrifft, dass er an ihr/ihm vorbeizieht, irrt sich. Angesichts dieses Sturms gibt es keine Rettung und keine Lösungen von oben. Was es gibt, ist die dringende Notwendigkeit, die Kämpfe von unten zu vereinen, uns in dem gemeinsamen Schicksal derer wiederzuerkennen, die sich gegen das Kapital, den Imperialismus und alle Formen der Herrschaft wehren.

Wir reichen dem iranischen Volk unsere Hand.

Nicht, um es zu bevormunden.

Nicht, um für die Menschen zu sprechen.

Sondern um zu sagen: Ihr seid nicht allein.

Denn der Kampf im Iran ist auch der Kampf um das Leben überall. Und weil wir nur von unten – gemeinsam – dem Sturm begegnen und uns den Tag danach vorstellen können.

Weitere Unterschriften bitte an: declaracion.iran@gmail.com

Aus den verschiedenen Ecken im Widerstand und Rebellion weltweit:

Ejército Zapatista de Liberación Nacional – EZLN             
Congreso Nacional Indígena – Concejo Indígena de Gobierno
Αντιεξουσιαστική Κίνηση – Antiauthoritarian Movement. Greece
Acción Alternativa para la Calidad de Vida. Grecia
Alerta Feminista. Francia
Ambasada Rog, Ljubljana. Eslovenia
AmericaSol 12, Aveyron. France
Antiavtoritarna platforma. Eslovenia
Antsetik Ts’unun
Asamblea Libertaria Autoorganizada Paliacate Zapatista. Grecia
Asamblea Nacional por el Agua, la Vida y el Territorio. México
Asociación Cultural Ambiental de la península de Mani. Grecia
Asociación mexicana para la cooperación en Chiapas AMECOCH
Assemblea No Guerra, Palermo. Italia
Associazione Jambo. Italia
Associazione Ya Basta! Milano. Italia
Ateneo Libertario – Milano. Italia
Autogestione in Movimento-Fuorimercato. Italia
Batec Zapatista, Barcelona, Catalunya
Brigada Ricardo Flores Magón, La Paz, B.C.Sur, México
Cafe Libertad Kollektiv. Alemania
Cafè Rebeldía-Infoespai, Barcelona, Catalunya
CafeZ. Bélgica
Caracoleras De Olba, Teruel. Estado Español
Carea. Alemania
Carovane Migranti. Italia
Casa dei Popoli, Genova. Italia
Casa Madiba Network, Rimini. Italia
Casa Ojalá کاسا اوخالا. / México
Centro de Documentación sobre Zapatismo (CEDOZ). Estado Español
Centro studi per l’Autogestione. Italia
Circolo Libertario «Emiliano Zapata», Pordenone. Italia
Citizens Summons, Bonn. Alemania
Colectivo Abya Yala. Mallorca
Colectivo Armadillo Suomi. Finlandia
Colectivo Calendario Zapatista. Grecia
Colectivo La Insurgente, Jobel. Chiapas
Colectivo Zapatista de Lugano. Suiza
Collettivo UtopiA di Marigliano, Napoli. Italia
Comitato Chiapas «Maribel» – Bergamo. Italia
Comitato di Base No Muos – Palermo. Italia
Comitato piazza Carlo Giuliani. Italia
Comité de mujeres Chiapas-Kurdistán
Comité de Solidaridad con Kurdistán-CDMX
Comunidad Okupa de Prosfygika, Atenas. Grecia
Confederación General del Trabajo (CGT). Estado Español
Confederazione sindacale nazionale USI 1912. Italia
Cooperazione Rebelde Napoli. Italia
Coro Libertario «La Rojinegra». Departamento Hautes-Pyrénées 65. Francia
CSA Intifada Empoli. Italia
CSPCL, Paris. Francia
de:criminalize e.V.
El Grupo de La Puerta, Puebla/CDMX
El Tekpatl periódico crítico y de combate.
Empleados de la Cooperativa VIO.ME, Tesalónica. Grecia
Espacio de Lucha contra el olvido y la represión (Elcor)
Federazione Anarchica Siciliana
Feminists for Jina
Frankfurt International. Alemania
Frente de Acción por Palestina Gudar-Javalambre, Teruel. Estado Español
Gemeinsame Kämpfen – Feministische Organisierung für Selbstbestimmung und Demokratische Autonomie
Geo-grafías Conunitarias, Puebla. México
Grupo de Trabajo No Estamos Todxs.
Grupo Tlali Nantli
Gruppe B.A.S.T.A. Münster. Alemania
Gruppo Anarchico Bakunin – FAI Roma e Lazio
Ibili fundazioa, País Vasco
Iniziativa Libertaria – Pordenone/Italy
Instituto Cultural Autónomo Rubén Jaramillo Ménez
Interventionistische Linke (iL). Alemania
Kolectivo Txiapasekin. País Vasco.
Komite Internazionalistak, Ermua. Pais Vasco
La Vida, zapatisticni krožek, Ljubljana. Eslovenia
Laboratorio Popular de Medios Libres
Lumaltik Herriak. País Vasco
Lxs Hijxs del Maíz Pinto, Tlaxcala
Mexicogruppen IF. Dinamarca
Mexiko-Solidarität Österreich. Alemania
Mujeres y disidencias de la Sexta en la otra Europa y Abya Yala
Mujeres y la Sexta – Abya Yala
München International. Deutschland
Murga Los Quijotes de la Fuente Viva
Mut Vitz 13, Marsella. Francia
Mut Vitz 31 Toulouse. Francia
Nodo de Derechos Humanos (NODHO) – México
Nodo Solidale Roma/México
Ökumenische Büro für Frieden und Gerechtigkeit e.V.
Partito della Rifondazione Comunista – Federazione di Genova
Periódico La Flor, In Xóchitl In Cuicatl
Publicaciones de l@s Extranjer@s, Tesalonica. Grecia
Pueblos Unidos de la Región Cholulteca y de los volcanes
Radio Zapatista Sudcaliforniana, La Paz, Baja California Sur, México
Raíces en resistencia, Tlatelolco, Ciudad de México
Red de Resistencia y Disidencia Sexual y de Género
Red de Resistencias y Rebeldias AJMAQ
Red de Solidaridad con Chiapas. Buenos Aires – Argentina
Red Sindical Internacional de Solidaridad y de luchas. África, las Américas, Europa y Medio Oriente
Red Universitaria Anticapitalista – México
Red Ya-Basta-Netz (Alemania)
Redazione di Comune
Resistencias Enlazando Dignidad – Movimiento y Corazón Zapatista
Revista Viento Sur (Estado Español)
Sicilia Libertaria – Giornale Anarchico
SICILIEZAPATISTE Sicilia, Italia
Solidaritätskomitee Mexiko-Salzburg, Alemania.
Solidarité avec les Travailleurs en Iran – SSTI
Tatawelo. Italia
Tejiendo Organización Revolucionaria – TOR. México
Terra Insumisa Alcamo/Sicilia Sud Globale, Sizilien, Italia
Unión de Sindicatos Solidaires, Francia
Unión Popular Apizaquense Democrática Independiente (UPADI)
Vendaval, cooperativa panadera y algo más, CDMX.
Void Network. Atenas, Londres, Nueva York, Río de Janeiro.
Y Retiemble! Madrid
Ya Basta! Êdî bese! (Noreste de Italia)
20zln. Italia

Figuras públicas

Bernard Duterme. Centre tricontinental – CETRI
Carlos Taibo, Madrid.
Diego Enrique Osorno, periodista y director de cine, México
Jaime Pastor, redactor de la Revista Viento Sur. Estado Español
Luciana Kaplan, directora de cine, productora y guionista.
Márgara Millán, Red de feminismos descoloniales, México
Miguel Urbán, ex-eurodiputado y miembro de Anticapitalistas. Estado Español
Orly Noi (Mojgan), Periodista y traductor, Luchadora por los derechos humanos (Jerusalén, Israel)
Oscar Olivera, Luchador social por el agua y vida (Cochabamba, Bolivia)
Raúl Zibechi. Periodista. Uruguay
Valentina Leduc. Documentalista independiente. México.

Personales

Areti Potsiou, Grecia
Asma-Esmeralda AbdAllah-Alvarez Ramírez
Azize Aslan, Kurdistán-México
Blanca Estrella Ruiz
Carlos Andrade
Carmen Diaz Aranda Luque
Clara Ferri
Claudia Mora. Suiza
Claudio García Ehrenfeld, Investigador y docente. Instituto de Investigaciones Filológicas. UNAM
Danièle Jumet – Belgique (Belgica)
Diana Itzu Luna
Eirini Koumparouli, Grecia
Elisa Berdini
Francisca Urias Hermosillo
Giorgos Moschos, Grecia
José Agustín Maldonado Loyola
Lotte Heinl.
Lydia L. Lorenz (Grecia)
Michelle Solano
Mimma Grillo, Siciliezapatiste, Italia
Nantik Meche, Chiapas, México.
Nesar Mohammadi, de Irán desde CDMX
Nikolaos Koutsias, Grecia
Nofret Berenice Hernández Vilchis
Pepe Mejía. Periodista. Madrid. Estado Español
Silvana Rabinovich, UNAM, México
Sonja Santiana Cruz, Sicóloga, Alemania/Ecuador


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